Die braune Vergangenheit von Oetker und Kaselowsky PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Barbara Schmidt   
Donnerstag, den 17. Oktober 2013 um 18:02 Uhr

August Oetker bestätigt Nazi-Vergangenheit von Vater und Stiefvater

Kaselowsky

Dem Eingeständnis müssen jetzt Taten folgen:

DIE LINKE fordert Rückbenennung der Kaselowsky-Straße in Hochstraße

 

DIE LINKE begrüßt das Eingeständnis von August Oetker, der jetzt das Ergebnis der Forschungen über die Verstrickung seiner Familie mit den Nationalsozialisten öffentlich vorstellte. „Wir erkennen an, dass es auch 68 Jahre nach dem Ende des Faschismus in Deutschland nicht leicht ist zuzugeben, dass der eigene Vater und die Großeltern aktive Förderer und Nutznießer des verbrecherischen Systems waren“, erklärt Barbara Schmidt, Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Rat der Stadt. „Auch das offene Zugeständnis zur Gesinnung des Vaters erkennen wir an. Das Eingeständnis von Fehlern ist die Voraussetzung für Änderung. Jetzt muss die öffentliche Ehrung des Nazis Richard Kaselowsky durch die Benennung einer Straße in Bielefeld schnell beendet werden.“

 

 

Für interessierte BielefelderInnen war es schon lange kein Geheimnis mehr, dass die Familie Oetker während des Nationalsozialismus zu den bedeutendsten Förderern der Nazis in Bielefeld gehörte. Eine ganze Reihe von Untersuchungen hatten die Rolle des Firmenleiters Richard Kaselowsky, dem Stiefvater des 2007 verstorbenen Rudolf-August Oetker, aufgearbeitet. Dass Rudolf-August Oetker selbst Mitglied der Waffen-SS war, wurde ebenfalls vor Jahren durch das Buch von Rüdiger Jungbluth über die Familie Oetker aufgedeckt. 2007 hatte DIE LINKE eine kleine Dokumentation zur Geschichte der Benennung der Kunsthalle und der Hochstraße – wo Richard Kaselowsky wohnte und 1944 bei einem Bombenangriff ums Leben kam -  erstellt.

 

Schon damals schrieben wir: „Eine Straße nach einem Menschen zu benennen, heißt ihn zu ehren. Die Ehrung eines aktiven Nationalsozialisten im heutigen Bielefeld ist unerträglich. Es ist eine offene Wunde, die wir nicht vergessen dürfen, wenn wir es mit der Aufarbeitung von Geschichte und der Bewältigung von Vergangenheit als Richtschnur für zukünftiges Handeln ernst meinen.

 

Barbara Schmidt: "Jetzt ist die Politik in Bielefeld am Zuge: Die Entscheidung des Stadtrates aus dem Jahr 2001, die Hochstraße in Kaselowsky-Straße umzubenennen, muss rückgängig gemacht werden!"

 

Die Broschüre „Das sind wir den Opfern schuldig: Keine Kaselowskystraße in Bielefeld“  ist noch im Büro der LINKEN erhältlich und im Internet unter www.dielinke-bielefeld.de einsehbar.

 

Dokumentation zur Geschichte der Familien Oetker und Kaselowsky

Die Zeit - Online: Die Oetkers und das Dritte Reich (16.10.20013)