Bielefelderinnen und Bielefelder Auf Wohnungssuche PDF Drucken E-Mail

Interview-Thorsten-SchaeferInterview mit Thorsten Schäfer, Spindelstraße

Günter Seib im Gespräch mit Thorsten Schäfer. Labrador Paul (10 Jahre) ahnt noch nichts.

Warum müssen Sie umziehen?
Wegen Trennung nach 21 Jahren. 74 m2 sind für mich und Paul zu groß, die Nebenkosten zu hoch.


Was für eine Wohnung suchen Sie?
Eine bezahlbare, und hier im Osten, wo ich seit 21 Jahren lebe. Ich kann höchstens 307,12 Euro Miete ausgeben.

Welche Erfahrungen haben Sie bei Ihrer Suche gemacht?
Ich würde sagen, nur negative. Bei geringer Rente gibt es für 250 Euro kalt so gut wie gar nichts. Ich habe mir 26 Wohnungen angesehen, auch oberhalb. Eine bei der LEG wurde zum Termin auch von 30 anderen Interessenten besichtigt. Die BGW hat mich auf einer Liste. Bei Genossenschaften brauch ich es gar nicht anfragen. Da müsste ich Paul an Fremde abgeben. Er war schon als Welpe bei uns.

Was haben sie sonst unternommen?

Einen offenen Brief an alle Ratsparteien.

Gab es Reaktionen?
Von der SPD kam überhaupt keine Antwort, die GRÜNEN verwiesen mich an das Sozialpfarramt. Der CDU tat ich leid, sie hat immerhin, ich darf vorlesen: „erkannt, dass der Bedarf auf dem sozialen Wohnungsmarkt enorm angestiegen ist". Sie wollen „in diversen Ausschüssen und Gremien nachhaken, wie die Situation für Menschen ist, die von Obdachlosigkeit bedroht sind." Am Schluss heißt es: „Für die Zukunft wünschen wir Ihnen alles Gute."

Was wünschen Sie sich selbst?
Dass die Stadt Bielefeld bezahlbare Wohnungen schafft. Ich bin nicht allein in dieser Notlage. Wer in die Grundsicherung kommt, darf sich auf Obdachlosigkeit einstellen.