Gesundheit ist keine Ware PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 03. März 2018 um 00:00 Uhr

Pflegenotstand im Krankenhaus

 

gesunheitkeinwareplakatPodiumsdiskussion 

mit

 

Harald Weinberg,

gesundheitspolitischer Sprecher der LINKEN / MdB

 

Tim Umhofer, Krankenpfleger, Marienhausklinik Ottweiler

(das erste katholische Krankenhaus, das im Oktober 2017 bestreikt wurde)

 

Nicole Krug, Gewerkschaftssekretärin ver.di

 

 

Dienstag, 6. März 19:00 Uhr im Murnausaal/Ravensberger Spinnerei

 

 

 

 

Gefährliche Pflege

Jeder der selbst schon einmal im Krankenhaus war, weiß, wie katastrophal dort mittlerweile die Bedingungen sind: mangelnde Hygiene, Überbelegung, Stress und Überforderung des Personals sind Alltag auf Station. Patienten sollen möglichst schnell nach medizinischen Eingriffen entlassen werden, damit der Profit und die Einnahmen des Krankenhauses stimmen.  Die für die Genesung wichtige emotionale Unterstützung der Kranken fällt meistens ganz hinten rüber.

 

Rot-grüne Regierung hat verhängnisvollen Wettbewerb in Gang gesetzt

 Die Ursache dieser Entwicklung sind die vielen Maßnahmen zur Kostensenkung in der Krankenhausfinanzierung seit den 1970er Jahren. Das Prinzip der Kostendeckung wurde schrittweise aufgegeben.  Mit der Einführung der Fallpauschalen (den sog. DRG´s) 2003 wurde ein verhängnisvoller Wettbewerb um die geringsten Kosten unter den Krankenhäusern in Gang gesetzt. Krankenhäuser werden seitdem mehr und mehr wie Unternehmen geführt.  Die Finanzierung durch Krankenkassen und Länder deckt den Bedarf nicht.  Privaten Kliniken geht es vor allem um Profite.

 

Mehr Patienten – weniger Pflegepersonal

Die Folge: In unseren Krankenhäusern muss immer weniger Pflegepersonal immer mehr Patientinnen und Patienten versorgen — in immer kürzerer Zeit.  Leidtragende sind die Patientinnen und Patienten und die Beschäftigten gleichermaßen.  Insgesamt fehlen in Deutschland 100 000 Pflege- kräfte, zudem Ärzte und technisches Personal. Wir wollen, dass die Pflege in der Gesellschaft besser anerkannt wird.

 

Pflege aufwerten heißt mehr Personal

Dafür muss sie besser bezahlt werden. Es muss vor allem auch deutlich mehr Personal eingestellt werden, denn mehr Pflegekräfte heißt auch weniger Stress bei der Arbeit. Auszubildende dürfen nicht auf den Personal­schlüssel angerechnet oder als Reserve für Nacht­schichten genutzt werden. Und die Ausbildung muss attraktiver werden.

 

Deshalb fordert DIE LINKE:

*eine vergütete duale Ausbildung. Zwei Jahre gemeinsam, im dritten Jahr eine Spezialisierung. Schließlich ist Kinder- und Altenpflege nicht dasselbe.

*Wir wollen eine gesetzliche Personalbemessung. Es muss gesetzlich festgelegt werden, wie viele Pflegekräfte mindestens pro Patient zur Verfügung stehen müssen.

*Aktuell fehlen 100.000 Pflegekräfte! Die Stellen müssen bundesweit geschaffen, frei stehende Stellen sofort besetzt werden.

*Krankenhäuser in öffentlicher Hand: Statt sie kaputt zu kürzen, müssen Kliniken bedarfsgerecht finanziert werden!

DIE LINKE kämpft gemeinsam mit der Gewerkschaft ver.di für bessere Arbeitsbedingungen und weniger Stress für die Beschäftigten. Denn:

Mehr Personal im Krankenhaus ist besser für Alle.