Bielefeld braucht kein Shoppingcenter PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 10. Februar 2012 um 17:19 Uhr

r01 barbara schmidt 2Bielefeld ist bisher eine der wenigen Großstädte ohne ein Shoppingcenter. Darauf können wir stolz sein, denn das ist auch ein Grund für die lebendige und facettenreiche Bahnhofsstraße und Altstadt. Nicht umsonst hält die Einzelhandelsstruktur in der Bielefelder Innenstadt auch bundesweiten Vergleichen ohne Probleme stand.

 


Ein Shoppingcenter ist selbst eine „Einkaufsstadt" und ersetzt ganze Einkaufszonen. Es braucht keine Umgebung: die Menschen sollen hineinfahren, dort bleiben und wieder raus- und wegfahren.

 

Die Erfahrungen anderer Städte mit großen Shoppingcentren zeigen, wie diese die traditionellen Fußgänger- und Einkaufszonen austrocknen und veröden. Auch wenn das Einzelhandelsgutachten der Stadt zusätzlich 20.000 m² Verkaufsfläche für verträglich hält, muss diese Grenze nicht zwangsläufig ausgereizt werden. Hier ist die Politik als steuernde Kraft gefragt.
Seit Jahren sinken real die Löhne. Eine solch drastische Ausweitung der Verkaufsfläche würde mit großer Wahrscheinlichkeit dazu führen, dass sich die Kundenströme verschieben. Es ist schon jetzt absehbar, dass vor allem die Altstadt mit Niedern- und Oberstraße darunter leiden würde. Sie würde zur Randlage verkommen.

 

Welche Stadt gefährdet denn ohne Zwang und mit offenen Augen seine alten intakten Strukturen?

DIE LINKE ist die einzige Fraktion im Rat, die aus diesen Gründen konsequent gegen Pläne für Shoppingcentren gestimmt hat. logo buergerbegehren

Mehr noch: Im Jahr 2008 hat DIE LINKE über 15.000 Unterschriften gegen den Abriss und den Zwangsumzug der Stadtbibliothek gesammelt. Wir hatten schon damals recht: Mit dem Umzug wurden und sollten Pläne von einem Großinvestor ermöglicht werden.

DIE LINKE lehnt das Vorgehen der Ratsmehrheit und der Verwaltung ab

 


Um den Weg für den Abriss des Viertels zu ebnen wird von der Verwaltung behauptet, die Gebäude im Wilhelmstraßen-Viertel seien marode. Wir behaupten das Gegenteil: Eine intakte urbane Struktur mit Wohnungen und Geschäften soll vernichtet werden. Wir wollen diese intakten Strukturen erhalten und wo nötig anpassen. Sie passen gut zum  Umbau des Kesselbrinks. Dort leben und arbeiten die Menschen, die eine attraktive Umgebung zu schätzen wissen. Die Entwicklung des Wilhelmstraßen-Viertels mit seinen vielfältigen Auswirkungen auf die ganze Stadt darf nicht einem Großinvestor überlassen werden.

 

DIE LINKE verlangt eine sorgfältige Stadtplanung unter Beteiligung aller Bürger und Bürgerinnen, die vorhandene Strukturen stärkt und nicht zerstört. Dabei muss auch die Verkehrsplanung einbezogen werden.

 

buechereiEine übergroße Mehrheit im Rat hat aus Angst vor einem sehr großen Shoppingcenter von ECE für die Planung eines kleineren Shoppingcenters von MFI gestimmt. Am Ende bekämen wir womöglich zwei Shoppingcentren. Die Stadt bleibt dabei auf der Strecke.
Beide Inverstoren unterscheiden sich nicht wesentlich. Sie vertreten unter verschiedenen Namen die Interessen von Finanzinvestoren.

 

Nicht ohne Grund hat die Kaufmannschaft in Bielefeld mit den Worten „Wir entscheiden uns nicht zwischen Pest oder Cholera" Stellung genommen. Zumindest für das Shoppingcenter  an der Wilhelmstraße ist die Stadt Bielefeld in einer komfortablen Lage. Sie ist Eigentümerin des zentralen Grundstücks mit der ehemaligen Stadtbibliothek, mit deren Verkauf das gesamte Projekt steht und fällt.

 

 

DIE LINKE fordert daher: Kein Verkauf des Grundstücks der Stadtbibliothek!

 

 

Presseerklärung vom 10.02.12 

Barbara Schmidt & Onur Ocak Ratsfraktion DIE LINKE Bielefeld

 

 

 

Korrektur der Berichterstattung in der NW

Am 10.02.2012 berichtet die NW über die Reaktion von Lisa Rathsmann-Krohnshage zu dem Schwenk in der grünen Haltung zum Shoppingzentrum Wilhelmstraße. Darin wird behauptet, der nicht öffentliche Ratsbeschluss im Dezember 2011 sei einstimmig gewesen.

Das ist falsch.

Richtig ist: DIE LINKE hat in der Debatte den Antrag gestellt, keinen Beschluss zu fassen, sondern erst in öffentlicher Beratung mit Bürgerinnen und Bürgern über die Umgestaltung zu sprechen. Dieser Antrag wurde bei zwei Enthaltungen von allen anderen Parteien abgelehnt. DIE LINKE hat in der anschließenden Abstimmung zur Entwicklung eines Shoppingcenters in der Wilhelmstraße mit nein gestimmt.

 

 

Bürgerbeteiligung vom Rat abgelehnt - Historisches aus dem Jahr 2009:

 

hier: Bürgerbegehren im Rat abgelehnt

 

hier:Bürgerbegehren hat erste Folgen

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 10. Februar 2012 um 17:50 Uhr