Dramatische Situation im sozialen Wohnungsbau Drucken
Dienstag, den 03. Oktober 2017 um 15:37 Uhr

Sozialer Wohnungsbau muss Chefsache werden

btwkristinawohnen„Wie dramatisch die Situation beim Wohnungsbau ist, zeigt wieder einmal eine Information der Verwaltung“, erläutert Bernd Vollmer, LINKER im Stadtentwicklungsausschuss „Rund 1000 neue Wohnungen – davon viele Einfamilien- und Doppelhäuser - sind aktuell im Bau. Gebraucht werden laut Verwaltung aber mindestens  5.200 Wohnungen bis 2020. Bei den 1.000 werden noch knapp 200 Ersatz-Studentenwohnungen an der Stennerstraße  mitgezählt, die gerade abgerissen werden.“

 

Seit 2014 hat DIE LINKE konsequent immer wieder auf die fehlenden bezahlbaren Wohnungen hingewiesen, zuletzt mit dem Bürgerantrag zur Schaffung von 3.000 Wohnungen durch die Stadt. Passiert ist wenig. Im Gegenteil hat sich die Situation seit 2014 noch verschärft. Wohnungsleerstand ist im Prinzip in Bielefeld nicht mehr vorhanden. Die Folge: besonders junge Menschen verlassen die Stadt, weil sie keine Wohnung finden. Menschen mit wenig Geld geraten immer mehr in die Klemme.

 

 

„Ein Bündnis zur Schaffung von sozialem Wohnungsbau ist notwendig. Dieses muss aber Chefsache werden“, erklärt Barbara Schmidt, Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Rat.

„So setzt ein Investor an der Prießallee statt geplanter 70 Wohnungen nur 17 geförderte Wohnungen um – was wohl auch auf zu lange Bearbeitungszeiten zurückzuführen ist. Eine der großen privaten Wohnungsgesellschaften gibt rund 900 Wohnungen aus der Sozialbindung zurück, eine andere lässt Mieter frieren oder beseitigt Feuchtigkeitsschäden in den Wohnungen und Kellern nicht. Hier braucht es den Einsatz des Oberbürgermeisters, den Mangel an bezahlbaren Wohnungen endlich anzugehen. Die Kräfte von Stadt, städtischem Immobilienservice und Bielefelder Wohnungsgesellschaft BGW, den Genossenschaften müssen zielgerichtet gebündelt werden. Das ist eine strategische Aufgabe für den Oberbürgermeister.“

 

DIE LINKE fordert darüber hinaus, dass endlich die Stadt Personal und Planungskapazitäten aufbaut, um das Problem selbständig anzugehen. Barbara Schmidt: „Wir sehen doch, dass es der Markt nicht richtet! Auch die öffentlichen Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften sind überfordert. Wenn die Stadt es nicht macht wird das Problem nicht zu lösen sein!“