Alte Eiche als Naturdenkmal retten Drucken
Montag, den 26. Juni 2017 um 15:27 Uhr

Bernd-Schatschneider-grDIE LINKE fordert die Sicherstellung der alten Eiche am Braker Bahnhof als Naturdenkmal

Am 22. Juni stellte die LINKE in der Bezirksvertretung Heepen den Antrag, zu prüfen, ob und auf welchem Wege die über 100 Jahre alte Eiche an der Maagshofstraße samt Wurzelwerk unter Naturdenkmalschutz gestellt werden kann.

 

Anlass sind die Pläne eines Investors, bereits im Juli mit dem Bau von vier Reihenhäusern auf dem angrenzenden Grundstück zu errichten. Da sich die Eiche, vor allem aber die Wurzeln des Baumes, auf der Grundstücksgrenze befinden, wird eine Fällung ohne einer vorhergehenden Inschutzstellung unvermeidbar. 

 


In ihrer Antwort stellt das Umweltamt klar, dass ein Baum samt Wurzelwerk für maximal vier Jahre unter Schutz gestellt werden kann, sofern "zu befürchten ist, dass durch Veränderungen oder Störungen der beabsichtigte Schutzzweck gefährdet wird". Schutzzweck wäre in diesem Fall die Erhaltung des ortsprägenden Charakters des riesigen und ein Jahrhundert alten Baumes, sofern nicht auch Artenschutz in Frage kommt. Nach diesen vier Jahren müsste der Baum in die Naturdenkmalverordnung aufgenommen werden. 


Ergänzend zur Darstellung in der NW, dass diese Möglichkeit nicht nutzbar wäre, weil es keine Baumschutzsatzung mehr gebe, muss aber hinzugefügt werden, dass der Umweltamtsleiter Martin Wörmann in seiner Antwort ebenfalls verdeutlicht, dass die Inschutzstellung der Eiche "auf Grund des Aufwandes für das Verfahren und wegen der Kosten, die die Stadt für die Verkehrssicherungspflicht und die Pflege des Baumes aufbringen muss, nicht durchgeführt" wird. 

 

"Sollte die uralte und ortsprägende Eiche wie zuvor schon der für die Einwohnerinnen und Einwohner Heepens bedeutungsvolle Baum am ehemaligen Gasthof Welscher gefällt werden, wird das keine Frage fehlender Erhaltungsmöglichkeiten oder mangelnder Satzungen sein, sondern eine Frage des Willens", erklärt Bernd Schatschneider (Bild), Ratsmitglied und Bezirksvertreter der LINKEN im Stadtteil Heepen.

"Hätte man den Baum bei der Aufstellung der Bebauungspläne vor über zehn Jahren beachtet, würde sich der Aufwand, den die Stadt jetzt beklagt, gar nicht erst ergeben. Nun da selbst der Investor den Baum sehr gern erhalten würde und die Anwohner ein Verschwinden der Eiche sehr bedauern würden, stellte ich in direkter Reaktion auf die Antwort aus dem Umweltamt den Antrag zur Prüfung, ob eine vorläufige Sicherstellung als Naturdenkmal möglich ist", äußert Schatschneider.