Bielefeld braucht längeres gemeinsames lernen! PDF Drucken E-Mail
Montag, den 04. August 2014 um 17:16 Uhr

Vergebene Chance – Aus für längeres gemeinsames Lernen, keine Primus-Schule in Bielefeld

 

primusschuleIn der letzten Legislaturperiode hatte Bielefeld die Chance die örtliche Schullandschaft gerechter, fairer und hochwertiger zu gestalten.

 

Mit der Versuchsschule Primus, bot das Land NRW eine Schulform an, die ähnlich wie die Laborschule, längeres gemeinsames Lernen ohne Brüche ermöglichen sollte. Die Kinder sollten von der ersten bis zur zehnten Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Das Aussortieren nach der vierten Klasse sollte ein Ende haben, alle Kinder langfristig nach ihren individuellen Stärken und Schwächen entsprechend gefördert und bereut werden.

 


Damit ist nun endgültig Schluss, die anderen Parteien und Verwaltung haben dieses Projekt zum Auftakt der neuen Legislaturperiode beerdigt und damit deutlich gemacht, dass für sie Schulentwicklungsplanung, scheinbar nur Schließung von Grund- und Hauptschulen bedeutet.

 

 

DIE LINKE hatte von Beginn an diese Schulform zu realisieren versucht. Bereits im März 2012 hatte sie einen Antrag in den Schul- und Sportausschuss eingebracht um diese Schulform zu ermöglichen.

 

Obwohl sowohl SPD, als auch die Grünen in ihren Programmen längeres gemeinsames Lernen als Ziel angeben, hatten sie damals einstimmig gegen diesen Antrag gestimmt. Wäre dieser Antrag damals verabschiedet worden, so wäre die Primus-Schule heute Realität statt eine vergebene Chance. 

 

Erst ein Jahr später und nur auf Druck der Eltern- und Bürgerinitiative: „Primus-Schule" wurde ein Beschluss zur Einführung der Primus-Schule gefasst. Diesmal einstimmig. Jedoch viel zu spät. Der Zeitplan der Verwaltung wurde sogar von der Bezirksregierung als äußerst knapp bezeichnet und war insbesondere für die interessierten Schulen viel zu eng. Sowohl die Eichendorfschule als auch die Bültmannshofschule verkündeten großes Interesse am pädagogischen Konzept, hielten es aber nicht für möglich, ihre Schule und Kollegen binnen weniger Monate auf eine solche Umwandlung einzustellen und ein pädagogisches Konzept zu erarbeiten.

 

Es war von Anfang an klar, dass der verspätete Beschluss des Schulausschusses nur ein Wahlkampfplacebo war. Kurz vor der Wahl wollten sich die anderen Parteien noch mal als Vorreiter für längeres gemeinsames lernen präsentieren, in dem Wissen, dass in so kurzer Zeit eine neue Schulform nicht umgesetzt werden könnte. Ein gelungener PR-Gag auf Kosten der Bildung und Zukunft der Kinder. Wenn die Ratsmehrheit aus SPD/Grüne/FDP/CDU ernsthaft längeres gemeinsames Lernen gewollt hätte, hätte sie bereits 2012 für unseren Antrag gestimmt, Gelegenheiten und Vorgespräche und das Angebot der LINKEN einen gemeinsamen Antrag einzubringen hat es gegeben. Diese sind scheinbar vorsätzlich nicht genutzt worden.

 

Ausbaden müssen dass nun die Eltern, die sich eine Schulform wünschen in der nicht gnadenlos aussortiert wird und in der ihre Kinder nach ihren individuellen Stärken und Schwächen gefördert werden und länger gemeinsam lernen können.

 

Jedes Jahr muss die Laborschule in Bielefeld hunderte Ablehnungsbescheide verschicken, weil sie nicht genügend Kapazitäten hat um den Ansturm auf ihre Schule gerecht zu werden- Der Stadtelternrat hat in einer Befragung zusätzlich festgestellt dass knapp 200 Eltern ein Interesse an der Anmeldung ihrer Kinder an einer Primus-Schule bekundet haben.

 

Das Aus für die Primus-Schule ist nun ein Schlag ins Gesicht für diese Eltern und für ihre Kinder. Bielefeld braucht längeres gemeinsames lernen.

DIE LINKE wird sich weiterhin mit aller Kraft weiter für dieses Ziel einsetzen.

 

Eine qualitativ hochwertige, soziale und faire Bildung, darf kein PR-Gag sein, sondern ist eines der wichtigsten Herausforderungen dieser Stadt.

 

 

Onur Ocak - LINKES Ratsmitglied bis Mai 2014

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 04. August 2014 um 17:28 Uhr