OFFSHORE LEAKS: Geldwäsche in Panama Drucken
Mittwoch, den 06. April 2016 um 05:52 Uhr

OH, WIE SCHÖN IST PANAMA!

Eine Pressemitteilung von Fabio De Masi / DIE LINKE im Europaparlament

 

Fabio de Masi"Reiche, Politiker, Terroristen und (andere) Kriminelle waschen Geld in Panama und auf den Britischen Jungferninseln. Die EU muss endlich das Steuerkartell austrocknen. Wer Europa in die Depression kürzt und gleichzeitig Steuerhinterziehung von hunderten Milliarden Euro zulässt, untergräbt die Demokratie.

 

Doppelbesteuerungsabkommen mit Steueroasen wie Panama oder den Virgin Islands sind bis zur Umsetzung von umfänglichen Maßnahmen gegen Steuertricks zu Gunsten von Quellensteuern zu kündigen, betroffene Politiker müssen ihren Hut nehmen und Europas Oligarchen endlich angemessen besteuert werden", kommentiert Fabio De Masi (DIE LINKE), Koordinator der Linksfraktion im Sonderausschuss für Steuervorbescheide und andere Maßnahmen ähnlicher Art oder Wirkung (TAXE 2) des Europäischen Parlaments die Enthüllungen des Konsortiums investigativer Journalisten über die Kundenliste der berüchtigten Kanzlei Mossack Fonseca.

 

 

De Masi weiter: "Die Panama Papers zeigen, dass die internationalen Reformen gegen Steuerdumping nicht greifen. Die OECD hat Panama gar von der grauen Liste der Steueroasen entfernt. Die Niederlande - die derzeitige EU-Ratspräsidentschaft - und weitere EU-Staaten haben munter Doppelbesteuerungsabkommen mit Panama geschlossen. Deutschland unterhält Doppelbesteuerungsabkommen mit den Jungferninseln. Gleichzeitig will die Juncker-Kommission Steueroasen außerhalb der EU, wie Panama, von der Konzernberichterstattung für multinationale Konzerne ausnehmen. Das ist ein Skandal."

 

De Masi abschließend: "Die EU-Staaten müssen umgehend Quellensteuern aufgeld Finanzflüsse in alle Länder wie Panama und die Virgin Islands erheben, die nicht alle notwendigen Maßnahmen gegen Steuertricks umsetzen. Dazu gehört ein vollumfänglicher automatischer Informationsaustausch sowie öffentliche Register der letztlich begünstigten Eigentümer von Firmen, Stiftungen und vergleichbaren Rechtskonstrukten.

 

 

Doppelbesteuerungsabkommen, die Steuertricks ermöglichen, müssen umgehend gekündigt werden. Die Einstufung Panamas durch die OECD ist zu revidieren. Alle von den Leaks betroffenen Politiker gehören aus ihren öffentlichen Ämtern entfernt. Banken, die wiederholt Beihilfe zur Steuerhinterziehung leisten, ist - wie vom Europäischen Parlament gefordert - die Lizenz zu entziehen. Wir brauchen zudem endlich eine Vermögensbesteuerung in Deutschland und eine EU-weit koordinierte Vermögensabgabe für Millionäre. Die Wirtschaftskrise und der Kampf gegen Terrorismusfinanzierung und organisierte Kriminalität dulden keine Steueroasen mehr."

 

Hier: Interview in der Jungen Welt

                                Hier: Deutschland fünf Plätze vor Pananma