28. Juni 1914 –vor 100 Jahren das Attentat von Sarajewo PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 28. Juni 2014 um 12:30 Uhr

Die Linke im Großen Krieg

Die SPD hatte sich bis fast zuletzt zu Frieden und gegen Krieg bekannt. Hinter den Kulissen lief bereits ein anderes Programm / von Stefan Bollinger

 

vernunft-plakat»Statt eines Generalstreiks führen wir für das preußische Wahlrecht einen Krieg.« (Frank Ludwig)

 

Ludwig, Reichstagsabgeordneter und einer der Köpfe des Reformflügels der SPD, war sich sicher: Seine Meldung an die Front und die Entscheidung der Reichstagsfraktion für die Kriegskredite waren richtig. Sozialdemokraten sind keine »vaterlandslosen Gesellen«, sondern gute Patrioten.

 

Alle linken Parteien hatten noch bei den Sozialistenkongressen von Stuttgart 1907 bis Basel 1912 feierlich geschworen: »Falls der Krieg dennoch ausbrechen sollte, ist es die Pflicht, für dessen rasche Beendigung einzutreten und mit allen Kräften dahin zu streben, die durch den Krieg herbeigeführte wirtschaftliche und politische Krise zur Aufrüttelung des Volkes auszunutzen und dadurch die Beseitigung der kapitalistischen Klassenherrschaft zu beschleunigen.« Fatal, der Weg zum »Verrat am Sozialismus« (Lenin) oder, nicht ganz so dramatisch, zum politischen Versagen in der bis dato größten Krise des Kapitalismus war mit guten Vorsätzen gepflastert. Widerstand war versprochen, auch wenn schon vor 1914 Rücksichten und Ängste angesichts taktischen Kalküls und drohender Repression überwogen.

 

Trotz der klaren Einsichten zogen Arbeiter aller Länder nicht nur mit Kirchensegen, nationalistischen Fanfaren, sondern auch mit dem Bekenntnis der Arbeiterparteien zur Verteidigung ihres jeweiligen Vaterlandes in den Krieg. Allein Bolschewiki und bulgarische Engsozialisten standen als Parteien gegen diesen Wahnsinn.

 

Gesamter Artikel - Hier:  DIE LINKE im Großen Krieg

 

Hier:  Bericht einer Zeitzeugin

 

Hier:  Die Waffen nieder!« vor 100 Jahren starb die österreichische Pazifistin und Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner

 

Hier: Kriegstagebücher „Der ganze Anblick schaurig“

 

Hier: Artikel im PDF Viewer (Mitgliedermagazin Disput)

 

Vormerken: 30. August - Friedensfest auf dem Kesselbrink

Motto: 100 Jahre 1. Weltkrieg mahnen - Krieg löst keine Probleme