Kriegseinsatz als krönender Abschluss einer Schulkarriere? Drucken
Samstag, den 15. Oktober 2011 um 08:00 Uhr

DIE LINKE Bielefeld wendet sich mit einem offenen Brief gegen die Teilnahme der Bundeswehr an  der Berufsinformationsbörse im Carl-Severing-Berufskolleg. In dem Brief werden die Veranstalter aufgefordert die Bundeswehr auszuladen, weil die Bundeswehr kein „Arbeitgeber“ wie jeder andere ist.

                                          

Beginnend mit der Beteiligung am völkerrechtswidrigen Krieg gegen  Jugoslawien, über die Mitwirkung am Irak-Krieg bis hin zum Einsatz in Afghanistan – längst haben die Bundesregierungen das Völkerrecht  wissentlich gebrochen und dem Krieg den Vorzug vor der friedlichen Konfliktlösung gegeben. „Nicht Schützen und Retten, sondern Töten  und getötet werden – das ist, was das Wesen des Soldatenseins  ausmacht. Verharmlosende Werbung verschleiert dies und schafft neue  Opfer“  so schreibt DIE LINKE im offenen Brief.

 „Eine große Mehrheit der Bevölkerung steht nicht hinter der Politik der Regierung und lehnt den Krieg in Afghanistan ab. Statt der geplanten  15.000 Freiwilligen haben sich bisher erst 3.400 Jugendliche für den  Freiwilligendienst gemeldet. Die Jugendlichen wollen nicht als Kanonenfutter für die Kriege her halten .Das macht die Bundeswehr nervös und lässt sie  auf die Schulen   zugehen.“

 

  Youtube: 10 Jahre Krieg in Afghanistan - Kommt zur Friedensdemo

  

Linksjugend: Bundeswehr raus aus den Schulen!

 

  

Folgendes Flugblatt wird an der Berufsinformationsbörse von Mitgliedern der Linksjugend und der LINKEN verteilt und hat schon großen Anklang bei den Jugendlichen gefunden (Bericht folgt):

 

 

KRIEG ist keine Berufsperspektive!
Keine Bundeswehr auf der Bielefelder Berufsinformationsbörse


 

Beratung zur Ausbildung und Beruf? – Habt ihr was dagegen?
Habt ihr etwas gegen eine Informationsveranstaltung, die uns auf das Berufsleben vorbereiten soll?

 

Das werdet ihr euch sicherlich fragen, wenn ihr dieses Flugblatt in der Hand haltet. Natürlich nicht!
Wir brauchen eine gesicherte Berufsperspektive, statt endloser Praktika und ewigem Hangeln von Zeitvertrag zu Zeitvertrag. Eine sinnvolle Beratung für eine Arbeit, von der man leben kann und die einem vielleicht auch noch Spaß macht. Dagegen haben wir absolut nichts einzuwenden.

 

Die Bundeswehr hat auf der Berufsinformationsbörse nichts zu suchen!

 

Gar kein Verständnis haben wir allerdings dafür, dass die Bundeswehr hier auch einen Stand hat. Sie will euch das „Berufs“bild des Soldaten schmackhaft machen.

 

Krieg ist aber keine Berufsperspektive!

 

Wie eine solche „berufliche“ Zukunft aussieht, das haben zwei Bielefelder Jugendliche am eigenen  Leib erfahren müssen. Sie wurden im Krieg in Afghanistan getötet. Seit der Umstellung auf eine Freiwilligenarmee hat
die Bundeswehr ein Problem. Nur sehr wenige Jugendliche wollen da mitmachen. Das macht die Bundeswehr nervös. Sie sucht deshalb nach Schleichwegen für ihre Werbung.

 

 

Es ist ein Skandal, dass das Bielefelder Schulamt und das Arbeitsamt sich für diese Propagandashow einspannen lassen. Ein halbes Jahr Afghanistan und dann zu Hause sitzen und stumpf an die Decke starren - soll das eure Zukunft sein?

 

„Teamwork, berufliche Qualifizierung und ein attraktives Gehalt“ „Eine Karriere mit Zukunft“ So wirbt die Bundeswehr. Gar nichts schreibt sie allerdings über Traumatisierung und psychische Leiden. Dabei kommen immer mehr Soldaten aus Afghanistan zurück und wissen mit ihrem Leben nichts mehr anzufangen. Sie kommen mit ihren Freunden und Bekannten nicht mehr klar, sitzen stundenlang herum und starren ins Leere. Schlafstörungen und Erinnerung an Leid und Gewalt, das ist die Realität und nicht „Teamwork und berufliche Qualifizierung“. Und von wegen „attraktives Gehalt“ und „Karriere mit Zukunft“. Oder glaubt ihr im Ernst, dass irgendein Arbeitgeber verstörten Afghanistan-Heimkehrern einen Job anbietet.

 

Und traumatisiert werden die deutschen Soldaten in Afghanistan nicht, weil sie Mädchen zur Schule bringen oder Brunnen bauen. Vielmehr müssen sie dort in einem mörderischen Krieg kämpfen und töten, den die NATO längst verloren hat. Und immer öfter sterben sie dort auch.

 

 

Glaubt das Bielefelder Schulamt im Ernst, dass Afghanistan der krönende Abschluss einer Schullaufbahn sein soll?

 

 

Linksjugend Bielefeld                               DIE LINKE KV Bielefeld