Freiheit für Afghanistan PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 22. November 2011 um 17:02 Uhr

Bericht von der Veranstaltung mit Malalai Joya am 30.11.11 in der Ravensberger Spinnerei

malali

Malalai Joya ist eine junge Frau, die trotz aller Unterdrückung und Krieg in Ihrem Heimatland, viel Optimismus im Kampf für ein demokratisches Afghanistan ausstrahlt:

„Unsere Geschichte beweist, dass demokratische Werte nicht durch fremde Truppen aufgezwungen werden können, derartige Errungenschaften müssen durch das Volk selbst erkämpft werden“.

 

Eindrucksvoll schilderte sie die katastrophale soziale Lage und die Menschenrechtsverletzungen, worunter alle Afghanen, aber insbesondere die Frauen, zu leiden haben.

 

Dabei betonte Malalai, dass diese Menschenrechtsverletzungen sowohl von den Taliban als auch vom Karsai Regime, das von den Nato Truppen unterstützt wird, ausgeht:

 

„Wir sitzen zwischen den Feinden, in der Falle - den Taliban auf der einen Seite und den US- und Nato Streitkräften und ihren befreundeten Warlords auf der anderen.“

 

 

Die Propaganda der kriegsführenden Nato Staaten über die Verbesserung der Menschen und Frauenrechte erteilt sie eine klare Absage - ganz im Gegenteil hat sich die Lage in den letzten Jahren für die Menschen in Afghanistan immer weiter verschlechtert. Zur Rechtfertigung des Natokrieges und der Besetzung werden allerdings nur die Verbrechen der Taliban über die Medien verbreitet. Ebenso werden die Existenz und die  Proteste von der demokratischen Opposition, von Studenten- und Frauenverbänden gegen das Karsai Regime verschwiegen. Diese passen nicht in das Bild, dass die Bundeswehr in Afghanistan für Demokratie und Frauenrechte kämpft. 

 

 

 

 

Beeindruckend für die 70 ZuhörerInnen war die Schilderung über ihre politsche Arbeit und ihr Leben im Untergrund in Afghanistan. Auf Malalai wurden bereits vier Anschläge ausgeübt und sie muss weiter um ihr Leben fürchten. Davon scheint sie sich aber nicht unterkriegen zu lassen, da es gemäß ihrer Aussage eigentlich fast allen Afghanen so gehen würde. Die von ihr verhasste Burka, die seit Einführung der Scharia wieder von den Frauen getragen werden muss, dient ihr dabei sogar als Schutz, um nicht erkannt zu werden.

 

Als Unterstützung der afghanischen Opposition wünscht sich Malalai, dass viele Menschen für den Abzug aller fremden Truppen aus Afghanistan demonstrieren, dass die Wahrheit über die sozialen und politischen Verhältnisse in Afghanistan verbreitet werden und dass eine solidarische Unterstützung der demokratischen Opposition, zu der die Solidaritätspartei oder der Frauenverband RAWA gehören, erfolgt.

 

 

                                                                         

                            Bericht von Carsten Strauch

 

 

 

Buchempfehlung: zur Veranstaltung: Malalai Joya "Ich erhebe meine Stimme" (Piper Verlag)

 

  

 

 

 

 

 

Bus zur Demo am 3. Dez. nach Bonn!

Abfahrt Sa. 3.12.. 7:30 ab Bahnhof, Rückfahrt 16:00 Uhr

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Unter dem Motto "Sie reden von Frieden, sie führen Krieg - Truppen raus aus Afghanistan!" werden am 3. Dezember 2011 eine bundesweite Demonstration und am 4. Dezember eine internationale Konferenz stattfinden. Diese sollen ein kraftvolles Zeichen gegen die menschenfeindliche Politik des Krieges setzen.

 

Infos zu den Protesten unter:

 

www.afghanistan-protest.de  

 

                         Youtube: Stoppt den Krieg             Linksjugend Youtube: Afghanistan Protest

 

 

 

 

Malalai Joya - zur Person: 

 

 

Bekannt geworden war Malalai Joya durch ihre Rede in der Loja Dschirga im Jahr 2003, in der sich die damals 23-Jährige gegen die anwesenden Warlords und Kriegsverbrecher in der von der internationalen Gemeinschaft unterstützten Versammlung aussprach. Zwei Jahre später wurde die Frauen- und Menschenrechtlerin suspendiert, weil sie das Parlament mit einem Zoo verglichen hatte. Joya lebt seitdem im Untergrund, ist Morddrohungen ausgesetzt und kann sich fast nur noch im Geheimen politisch betätigen. Sie fordert weiterhin laut und deutlich den Abzug der Truppen aus ihrem Land: „Wir wissen, dass es keine wirkliche Demokratie unter der Herrschaft der Gewehre der Warlords, der Drogenmafia und der Besatzung geben kann“.

 

 

 

hier: Info Seite DIE LINKE NRW - Freiheit für Afghanistan