Das Recht auf Rausch ist ein alter Hut - Polemik in den Medien und Landespolitik auf den Entwurf des Landtagswahlprogramm PDF Drucken E-Mail

Die Linke NRW freut sich, auf welche große Resonanz der Entwurf ihres Landtagswahlprogramms in der Öffentlichkeit gestoßen ist. "Besonders erstaunt hat mich die besondere Aufmerksamkeit, die die Forderungen nach einem 'Recht auf Rausch'



und der Freigabe von Cannabis in den NRW-Leitmedien gefunden haben", sagt der stellvertretende Landessprecher der NRW Linken, Ralf Michalowsky. "Dass ausgerechnet dieser Teil in unserem Programmentwurf offensichtlich die Köpfe einiger Redakteure heftig zum Rauchen gebracht hat, erschließt sich mir allerdings nicht wirklich", räumt Michalowsky ein. Denn schließlich seien die Forderungen "doch eigentlich alte Hüte".

So würden auch die Grünen in ihrem Grundsatzprogramm für eine Legalisierung von Cannabis eintreten. Die holländischen Grünen seien sogar schon einen Schritt weiter und setzten sich für den Anbau von Öko-Haschisch ein. Laut einem dpa-Bericht vom 24. August fordere die Partei in ihrem Programm für die Wahlen in Amsterdam im kommenden Frühjahr, Marihuana solle künftig nicht nur völlig legal, sondern zugleich auch ökologisch angebaut werden. Und die Grüne Jugend schrieb schon am 24. April 2004 unter der Überschrift "Der Rausch in der Gesellschaft": "Das selbst bestimmte Konsumieren von Drogen ist unser Leitbild." Daher würden sie "ein grundsätzliches Recht auf Rausch" fordern. Alle Drogen - auch Alkohol und Tabak - sollten nach den Vorstellungen der jungen Grünen in Drogenfachgeschäften verkauft werden. "Mit unseren dezidierten Forderungen nach einer Änderung der gegenwärtigen Drogenpolitik befinden wir uns offensichtlich in guter Gesellschaft", konstatiert Michalowsky.

"Verbote lösen hingegen kein einziges Suchtproblem. Die legalen Droge Alkohol gilt unter Gesundheitsexperten als weit gefährlicher als Cannabis. Für die Cannabis-Kriminalisierung gibt das Land NRW viel Geld aus, das mit Blick auf die legalen Coffeeshops gleich hinter der niederländischen Grenze sinnvoller ausgegeben werden könnte", so Michalowsky weiter.

Wer sich umfassender über die Forderungen der NRW-Linken informieren will, kann sich den Entwurf des Landtagswahlprogramms von der Website www.dielinke-nrw.de holen.