"Ausgesperrt - Wir kommen!" PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Carsten Strauch   
Freitag, den 09. Oktober 2009 um 06:37 Uhr


Seit nunmehr 23 Wochen befinden sich die Beschäftigten der Lippischen Nervenklinik Dr. Spernau im Streik für einen Haustarifvertrag.

Auf der Mitgliederversammlung der LINKEN Bielefeld wurde für die ausgesperrten Kolleginnen und Kollegen der Lippischen Nervenklinik Dr. Spernau folgende Solidaritätserklärung verabschiedet:


Liebe Kolleginnen und Kollegen,


Seit fast einem halben Jahr seid ihr jetzt im Streik, seit zweieinhalb Monaten sperrt euch euer Arbeitgeber aus und läßt eure Arbeit von Leiharbeitern machen. Und warum läuft der Manager Dr. Spernau dermaßen „Amok“? Weil ihr etwas fordert, was eigentlich selbstverständlich sein sollte.

• Einen fairen von der Gewerkschaft ausgehandelten Tarifvertrag

• Gleichen Lohn für gleiche Arbeit

• Keine schlechteren Arbeitsbedingungen für neu eingestellte Kolleginnen und Kollegen

• Eine einheitliche Arbeitszeit von 38,5 Stunden statt Arbeitszeit nach Gutsherren-Art.

• Eine Entlohnung, die nicht schlechter sein darf als in anderen Einrichtungen im Gesundheitswesen


Wie gesagt, eigentlich sollte alles dies selbstverständlich sein. Aber selbstverständlich ist dies mittlerweile schon lange nicht mehr und das nicht nur bei euch.

Die von den Arbeitgebern betriebene Abkehr von den Flächentarifen, die skandalöse Ausweitung der Leiharbeit und die Lohndrückerfunktion von Harz IV haben die in jahrzehntelangen Auseinandersetzungen erkämpften Rechte der abhängig Beschäftigten nachhaltig unterhöhlt.

Und was derzeit aus den Koalitionsverhandlungen der neuen schwarz-gelben Regierung nach außen dringt (der weitere Abbau des Kündigungsschutzes, neue Angriffe auf das Tarifrecht und im Gesundheitswesen sollen die Arbeiter und Angestellten wieder mal die Zeche zahlen für die von skrupellosen Managern und Bankern angerichtete Weltwirtschaftskrise) alles das läßt wenig gutes erwarten.

Umso mehr sind wir beeindruckend, mit welch großem Einsatz und mit welcher Entschiedenheit ihr diese Auseinandersetzung führt. Ganz besonders imponiert uns, dass ihr euch nicht spalten laßt und immer wieder erklärt, dass es nicht nur um eure Jobs geht, sondern, dass auch die Neueingestellten nicht schlechter gestellt werden dürfen.

Das sollten sich mal diejenigen hinter die Ohren schreiben, die Junge gegen Alte und Beschäftigte gegen Arbeitslose auszuspielen versuchen, um damit angeblich Arbeitsplätze zu sichern. 

Gerade weil wir wissen, dass Ihr damit letztlich auch für uns alle kämpft, erklären wir euch unsere Solidarität und sagen euch unsere Unterstützung zu.

Aussperrung von Pflegekräften – das ist ein Skandal - das hat es bisher noch nicht gegeben! Das darf es auch nicht geben! Aussperrung muss gesetzlich verboten werden!

Mit solidarischen Grüßen
die Mitgliederversammlung der LINKEN Bielefeld vom 7. 10. 2009

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„Ausgesperrt? – Wir kommen!“

Unter diesem Motto ruft Verdi zur Solidaritätsdemonstration und Kundgebung in Bad Salzuflen auf.

Termin: 10. Oktober 2009

Beginn: 10:30 Uhr vor dem Haupteingang der Lippischen Nervenklinik, Wenkenstraße in Bad Salzuflen.

Ab 11:15 findet eine Kundgebung am Salzhof/Ecke Lange Straße statt.



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