Mindestlohn, JA oder Nein? PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 05. September 2008 um 16:22 Uhr

Gedanken zum Mindestlohn

 

Die Frage nach dem Mindestlohn beschäftigt viele Gemüter, auf der einen Seite haben wir den Unternehmer, der sich nicht vorschreiben lassen möchte, wie er die Arbeit seiner Mitarbeiter bewerten soll, und auf der anderen Seite den Arbeitnehmer, der seine Zeit für genauso wichtig erachtet wie die des Unternehmers. Wenn wir das Ganze einmal philosophisch betrachten, müssen wir uns die Frage stellen, wie kann man die Lebensarbeitszeit eines Menschen bewerten? Ist die Arbeit eines Straßenfegers oder Hilfsarbeiters, einer Putzfrau nicht genauso essentiell wie die eines Arztes, Unternehmers oder Politikers?

Was würde passieren, wenn es keine Putzfrauen, Straßenfeger oder Hilfsarbeiter mehr gäbe? Wer oder was würde diese Arbeit, wenn überhaupt, machen. Wie ist der Beitrag dieser Personengruppen zur Gesellschaft zu bemessen? Kann man das überhaupt? Meines Erachtens nach muss diese Frage mit einem klaren „Nein“ beantwortet werden, denn wer sagt mir, dass nicht gerade diese Putzfrau ein Kind groß zieht, welches evtl. die Entwicklung der Menschheit beeinflusst? Oder ob der Straßenkehrer nicht gerade eine Seuche durch seine Tätigkeit verhindert? Wer weiß denn, ob der Hilfsarbeiter, ohne jeglichen Abschluss, vielleicht gerade eine bahnbrechende Erfindung macht? Niemand! Leider stellt sich die Politik der etablierten Parteien diese Frage so gut wie gar nicht. Im Gegenteil, unser Arbeitsminister versagt bei einer EU-einheitlichen Regelung seine Mitarbeit. Und jetzt, ein Jahr vor der Wahl ist er so opportun bei Gewerkschaftsveranstaltungen, wie der des 1. Mai in Bielefeld vom DGB, die Forderung nach einem Mindestlohn von 7,50€ zu stellen. Wie armselig ist diese Heuchelei seitens der SPD. Dass es den Menschen den notwendigen Raum zum Denken und zur Kreativität nimmt, wenn man ihre Lebenszeit mit Existenzängsten bedroht, ist wohl jedem bekannt, und angesichts der Politik von CDU,FDP,CSU und SPD wohl auch gewollt, denn wer denkt, wird kritisch und wer kritisch ist, wählt solche hypokriten Vereinigungen, die vorgaukeln, sozial zu sein, nicht. Apropos sozial: Die NSDAP hatte das Soziale auch im Namen, ebenso wie die SED, die SPD als auch die CSU. Sozial zu sein scheint genauso opportun zu sein wie christlich. Alles irgendwie verlogen, nur auf den eigenen Vorteil und Machterhalt bedacht! Angesichts solcher Gedanken verstehe ich, wie man bis heute Mindestlohnregelungen unterläuft oder gar komplett aussetzt. Jeder Mensch mit ein bisschen Verstand weiß, dass es der Gesellschaft besser ginge, wenn man dem Mitmenschen mehr zum Leben geben würde als nur die nackte Existenz, wie es ALG II, genannt Hartz IV, macht. Jeder Mensch mit ein bisschen Verstand weiß, dass jeder ausländische Mitbürger Geld in unsere von verschwenderischen Politikern gebeutelten Kassen bringt. Aber leider sind laut Nietzsche 90% der Menschen zu dumm, um so etwas zu bemerken und genau darauf setzen unsere Berufspolitiker. Wir von den Linken fordern daher einen menschengerechten Mindestlohn für alle, nicht aufgeteilt nach Berufsgruppen, denn wir sind alle gleich viel oder gleich wenig wert und haben das Recht auf die Möglichkeit der freien Entfaltung und auf ein finanziell sorgenfreies Leben. Geld ist nur ein Tauschmittel und kein Lebenselixir! Macht ist nur Verantwortung und keine Trophäe, die zur eigenen Profilierung oder zur Kompensation der eigenen Minderwertigkeitskomplexe dient.

 

Frank Kohlbrok