Kauf des Amerikahauses geplatzt! PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Barbara Schmidt   
Sonntag, den 04. Oktober 2009 um 20:03 Uhr

Stadt wird mit Stadtbibliothek private Geldbeutel füllen


Der Ankauf des Amerikahauses durch die Bielefelder Wohnungsgesellschaft BGW ist geplatzt! Die Gesellschafterversammlung des HFS-Immobilienfonds München stimmte jetzt dem Kaufvertrag nicht zu.

Für Barbara Schmidt, Sprecherin der Ratsgruppe der Linken, kommt dies nicht überraschend. Sie hatte sich in den letzten Monaten immer wieder nach dem Stand des Verkaufs erkundigt: Zuerst sollte die Zustimmung zum Vertrag im Juli, dann nach der Kommunalwahl im August und schließlich unmittelbar vor der Bundestagswahl von den Gremien des HFS-Fonds beschlossen werden. Das lukrative Geschäft mit der Stadt - 25jähriger Mietvertrag mit jährlich steigenden Mieten - wollten sich die Fondsanleger nun wohl doch nicht entgehen lassen.


„Auch wenn die Allparteienkoalition für die Verlegung der Stadtbibliothek jetzt betroffene Gesichter macht, ist die für uns politische Wertung klar“, erklärt Barbara Schmidt: „Die Verlegung von Stadtbibliothek und Stadtarchiv mit langfristigen Mietverträgen in eine Privatimmobilie schadet auf Dauer den Bürgerinnen und Bürgern. Ob sich die Überlegungen für die Gestaltung des angrenzenden Neumarktes jetzt noch realisieren lassen, steht in den Sternen. Vermutlich wird es die Stadt viel weiteres Geld kosten, ohne dass sie wirklich entscheidenden Einfluss erreichen wird.“


Die LINKE Bielefeld hatte in einem Bürgerbegehren 15.000 Unterschriften gegen die Verlegung der Stadtbibliothek aus dem eigenen Haus am zentralen Jahnplatz zur Miete in das entlegene private Amerikahaus gesammelt. Eine Allparteienkoalition von SPD-CDU-BfB-Grünen hatte sich über das Votum hinweggesetzt. Als Folge wird in den nächsten Jahren das Viertel um die Wilhelmstraße  „überplant“ werden. SPD und CDU wollen dort ein neues Einkaufszentrum von privaten Investoren errichten lassen.