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Geschrieben von: m. benni stiesch   
Sonntag, den 09. Mai 2010 um 22:51 Uhr

Bielefeld I mit dem zweitbeste Ergebnisse für DIE LINKEN

DIE LINKE ist im Düsseldorfer Landtag

Während noch um die Mehrheitsverhältnisse im zukünftigen Düsseldorfer Landtag gezittert wird, breitete sich im Parteibüro der Bielefelder Linken schon früh eine starke Zufriedenheit aus. So betont Frank Schwarzer, einer der lokalen Direktkandidaten, dass der Abend bereits jetzt ein voller Erfolg sei. "In Düsseldorf ist die Koalition der sozialen Härte abgewählt. Damit haben wir unser erstes Wahlziel erreicht". Ein weiter Erfolg war natürlich, dass DIE LINKE selber in den Landtag eingezogen ist.

 

In Bielefeld erreichte DIE LINKE in den verschiedenen Wahlkreisen folgende Ergebnisse:

Wahlkreis 92 - Bielefeld I:

Erststimmen (Frank Schwarzer): 8,4 % (direkt gewählt: Günter Gabrecht, SPD)

Zweitstimmen: 9,7 Prozent

 

Wahlkreis 93 - Bielefeld II:

Erststimmen (Brigitte Stelze): 6,3 % (direkt gewählt: Regina Kopp-Herr, SPD)

Zweitstimmen: 6,4 Prozent

 

Wahlkreis 94 - Gütersloh I / Bielefeld III:

Erststimmen (Michael Pusch): 5,1 % (direkt gewählt: Georg Fortmeier, SPD)

Zweitstimmen: 5,3 Prozent

 

 

Das in Düsseldorf eine neue Regierung das Ruder übernimmt und das Land in eine bessere Zukunft lotsen wird, darauf setzt Schwarzer. Da gibt er sich auch mit einer Regierungskoalition nur aus SPD und Grünen zufrieden. "Rot-Grün wird an ihren Taten gemessen", schließlich haben sie im Wahlkampf einiges an Versprechen vom Stapel gelassen. Dafür werde die neue Linksfraktion im Düsseldorfer Landtag sorgen. Brigitte Stelze, die Direktkandidatin für den Wahlkreis 93, nennt es direkter und sagt, dass "die Linksfraktion den Finger immer in die Wunden der Koalition legen wird". Das ja eine soziale Politik im Sinne der Menschen statt findet.

 

Für Schwarzer und Stelze ist es auch ein mittelbarer Erfolg, dass die Direktkandidaten der CDU in ihren Wahlkreisen nicht durchgekommen sind. So hätte Rainer Lux als Kommunalpolitscher Sprecher der CDU-Landtagsfraktion ebenso die entsprechende Quittung für eine fehlgeschlagene Politik bekommen wie Barbara Sommer als Schulministerin. Diese habe nach Frank Schwarzers Worten alle Schulveranstaltungen im Wahlkampf geschwänzt, nachdem sie bei der ersten Veranstaltung heftig Gegenwind von den SchülerInnen erfahren hat. Das Turbo-Abi G8 sei bei den Schülerinnen sehr unbeliebt, während Sommer es noch immer als Erfolg verkauft. Der SPD hingegen gönnen sie die Erfolge bei den Direktmandaten.

 

Für die Bielefelder Linken ist die Landtagswahl mit einem besonderen Ereignis verbunden: Im Wahlkreis 92 erreichen die Bielefelder mit 9,7 Prozent landesweit das zweitbeste Zweitstimmenergebnis für DIE LINKE (Stand: 01:35 Uhr, wahlergebnisse.nrw.de). Umso trauriger stimmt es die Kandidaten, dass Ostwestfalen-Lippe vorraussichtlich nicht in der neuen Linksfraktion vertreten sein wird. "Die Wahl wird nicht nur am Rhein und Ruhr entschieden", diktiert Stelze in den Block des Schreibers.  In Zukunft müsse dies bei den Parteitagen der Linken stärker berücksichtigt werden. Dafür müssen sich auch die Linken in OWL verstärkt zusammen raufen.

 

Für die Bielefelder Wahlkampfmanagerin Marlies Bußmann werden sich die nächsten zwei Wochen wie Urlaub anfühlen. Nach dem Wahlkampfmarathon aus Europawahl (Juni 2009), Kommunalwahl (August 2009), Bundestagswahl (September 2009) und der Landtagswahl atmet sie nun kräftig durch. Sie und all die Aktiven, die Plakate aufgehängt haben, Zeitungen verteilt und auf Wochenmärkten für DIE LINKE geworben haben, freuen sich an den erreichten Erfolgen und die kommende Ruhe. Aber danach wird sie, so gesteht sie ein, den Wahlkampfstreß doch irgendwie vermissen...