Gewinne der BGW sollen für den Wohnungsbau eingesetzt werden PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dirk Schmitz   
Dienstag, den 08. Januar 2019 um 00:00 Uhr

Peter-Ridder-Wilkens-grAlle Parteien im Rat beklagen die mangelnde Bautätigkeit insbesondere beim öffentlich geförderten Wohnbau für Familien, Studierende und einkommensschwache Mieter*innen. Die BGW (Bielefelder Gesellschaft für Wohnen und Immobiliendienstleistungen) als ein großer Akteur am Bielefelder Wohnungsmarkt versucht pro Jahr 100 Wohnungen zu bauen. Sie liegt weit über der 25-Prozent Quote für den sozialen Wohnungsbau, die der Ratsbeschluss für die Aufstellung neuer Bebauungspläne vorsieht.

Fakt ist aber auch, dass die BGW jedes Jahr Gewinne an die Gesellschafter abführen muss. Die Stadt als größter Gesellschafter der BGW mit 75 Prozent Geschäftsanteilen hat im Jahr 2016 603 Tausend Euro, im Jahr 2017 604 Tausend Euro erhalten und für 2018 sollen es wieder 603 Tausend Euro sein.
Davon profitieren auch die Ravensberger Heimstätten Gesellschaft (Tochtergesellschaft der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG)) und die Freie Scholle mit kleineren Gewinnanteilen. Im Jahr 2017 wurden insgesamt ca. 956 Tausend Euro an alle Gesellschafter ausgeschüttet.

Peter Ridder-Wilkens, Ratsmitglied der Linken, sieht diese Politik angesichts der Wohnungsnot in Bielefeld kritisch:

„Jetzt wo die Stadt das ehemalige Gelände der Britischen Rheinarmee an der Sperberstraße kauft, braucht sie einen starken Partner an ihrer Seite und das kann nur die BGW sein. Von daher sollte die Stadt für das Haushaltsjahr 2019 auf die Gewinne verzichten und dies entsprechend als Mehrheitsgesellschafter umsetzen."

Ridder-Wilkens weiter: „5200 neue Wohnungen sollten bis 2020 geschaffen werden. Das Ziel wird aber nicht erreicht, weil der Markt das Problem nicht lösen kann, insbesondere nicht für preiswerten Wohnraum."
Hier sind die anderen Parteien gefordert die finanziellen Mittel bei der BGW zu lassen, damit sie preiswerten Wohnraum schaffen kann. Sie sollten ihre eigenen Forderungen ernst nehmen und dementsprechend Beschlüsse in der Gesellschafterversammlung und im Rat fassen, so die Linke Ratsfraktion.