Linksfraktion lehnt beleuchtete Joggingstrecke am Obersee ab PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Carsten Strauch   
Freitag, den 11. November 2011 um 15:53 Uhr

r04_onur ocak 02Die Linksfraktion lehnt eine Verwendung der Sportpauschale des Landes NRW für den Bau einer beleuchteten Joggingstrecke am Obersee ab.

"Wir sind nicht gegen die Förderung des unorganisierten Sports, wir sind aber dagegen, dass das auf Kosten der Vereine geschieht" sagte Onur Ocak (Ratsfraktion DIE LINKE) in seiner Rede am 10.11. im Stadtrat zur Verwendung der Sportpauschale.

Neben ökologischen Bedenken führte er weiter aus: "Und wie wollen sie eigentlich den Bürgern vermitteln, dass ihre Sportplätze von nebenan im Rahmen des Haushaltsicherheitskonzepts geschlossen werden, während gleichzeitig für eine kleine Minderheit eine 3 km lange beleuchtete Laufstrecke entsteht? Das können sie doch niemanden verkaufen! Sie wollen auf Teufel komm raus ihr Leuchtturmprojekt durchboxen."

 

hier die Stellungnahme vom 23. Oktober:

 

 

Die Sportpauschale muss nach Auffassung der Linksfraktion dahin fließen,  wo sportliche Basisarbeit, in welcher Sportart auch immer, geleistet wird. Bisher wurde die Pauschale im jährlichen Wechsel für städtische und für vereinsorganisierte Sportförderung verwandt. In diesem Jahr wäre der vereinsgebundene Sport  Empfänger der Pauschale gewesen. – Seit Monaten warten die Vereine auf die Beratung und Vergabe der Gelder.

 

Gerade das ehrenamtliche Wirken in allen Sportvereinen kann nur durch eine vollständige Weitergabe der Sportpauschale 2011 angemessen gewürdigt werden.

Was ist denn mit dem Gerede, bürgerschaftliches Engagement zu fördern und zu stützen? Das Verfahren zur Verwendung der Sportpauschale hat sich in den letzten Jahren bewährt: Die Stadt war dem Vereinssport ein verlässlicher Partner. Immerhin sind über 80.000 Bielefelderinnen und Bielefeld in Vereinen organisiert. Wenn ein bisher bewährtes Verteilungsverfahren für die Sportpauschale  von der Ampel-Koalition, unter maßgeblichem Druck der Bielefelder Grünen, abgeändert wurde, muss sich notwendigerweise die Frage nach Eigeninteressen stellen.

 


Wir fragen uns:

 

 

Ist Oberbürgermeister Clausen bereit, für den Erhalt der sog. Ampel-Koalition jedem Einzelwunsch eines Koalitionspartners nachzukommen?

 

Ist die Beleuchtung des Oberseeweges nicht eher als eine touristische Maßnahme zu werten, die in den Bereich Grünflächenpflege oder -entwicklung gehört (und dort auch zu finanzieren wäre)?

 

Wiegt im Rahmen der Interessenabwägung das Einzelinteresse an einer beleuchteten Joggingstrecke schwerer, als das Interesse der vielen Bielefelder Bürger, die einem der zahlreichen  Sportvereine angehören?

 

Haben sich die Beteiligten an der Ampel-Koalition über die Folgekosten/Unterhaltungskosten der geplanten beleuchteten Oberseeweges verständigt? Wie werden die Kosten aufgebracht? Soll damit auf Dauer die Sportpauschale belastet werden?

 

Sind in einem ökologischen Gutachten die Auswirkungen auf Fauna bzw. Flora und die Höhe des Energieverbrauchs geprüft worden?

 

Ist der Ampel-Koalition bewusst, dass der getroffene Beschluss geeignet ist, das Vertrauen der ehrenamtlich Tätigen in die Politik schwer zu beschädigen?

 

 

Die Linksfraktion ist für die Rücknahme des Sportausschuss-Beschlusses und fordert alle Bielefelder Bürger und Bürgerinnen auf, gegen die „Beleuchtung der Joggingstrecke“ zu protestieren.

 

 

Onur Ocak

Mitglied der Ratsfraktion DIE LINKE und im
Schul- und Sportausschuss der Stadt Bielefeld

 

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