Linke Stimmen zum Berliner Koalitionsvertrag
"Im Koalitionsvertrag steht mehrmals, dass Bildungsübergänge verbessert werden sollen. Es gibt einen Bildungsübergang, der gar nicht besser werden kann, sondern abgeschafft gehört: die Abschulung. Bildungsföderalismus hin oder her, auch die Bundespolitik kann ein Zeichen setzen für die einzig gerechte Schule: eine Schule
Die Linke für Alle!" Frederic Richter-Bonin
Im Koalitionsvertrag wird viel von der Verbesserung der Bildungsübergänge gesprochen - doch es gibt einen Übergang, der nicht reformiert, sondern abgeschafft gehört: die Abschulung! Sie symbolisiert alles, was an unserem selektiven Bildungssystem ungerecht ist.
Die Linke steht ein für eine Schule, die nicht trennt, sondern vereint. Eine Schule für alle, in der Kinder gemeinsam lernen, unabhängig von Herkunft, Elternhaus oder Wohnort. Die Abschulung hingegen trennt entlang sozialer Linien. Kinder, die „nicht mithalten“ – sei es durch Sprachbarrieren, fehlende Unterstützung zu Hause oder einfach langsameres Lerntempo – werden ausgegliedert. Das ist keine Pädagogik der Teilhabe, sondern eine der Ausgrenzung!
In diese Reihe fügt sich auch der jüngste Vorschlag von Bildungsministerin Karin Prien (CDU) ein, eine Obergrenze für Schüler:innen mit Migrationshintergrund an Schulen einzuführen. Die Linke verurteilt diesen Vorstoß entschieden als rassistisch und menschenverachtend. Hier werden Kinder nicht als Individuen mit Potenzial betrachtet, sondern als zu regulierende Quote. Das ist keine Bildungspolitik, sondern pure Menschenverachtung!
Bildung darf kein Elitenprojekt sein! Sie muss solidarisch, gerecht und für alle gleich zugänglich gestaltet werden. Wer Bildung ernst meint, darf nicht aussortieren, sondern muss fördern. Dafür setzen wir uns ein!
Die Linke fordert deshalb: Abschaffung der Abschulung und langfristig den Aufbau einer inklusiven Gemeinschaftsschule für alle Kinder und Jugendlichen. Denn nur so können gleiche Chancen für alle garantiert werden - unabhängig vom sozialen Status!
