Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

LINKE gegen verkaufsoffene Sonn- und Feiertage

DIE LINKE hat bei der Ratssitzung am 26. September die neue Verordnung über das Offenhalten von Verkaufsstellen an Sonn- und Feiertagen abgelehnt. Der Stellvertretende Fraktionssprecher Peter Ridder-Wilkens begründete in seiner Rede die Position der LINKEN:

 

Meine Damen und Herren, Herr Oberbürgermeister,

wir begrüßen mit Verdi, dass für den verkaufsoffenen Sonntag am Leinewebermarkt die Verkaufszone nicht ausgedehnt wurde.

Wir kritisieren, dass beim Brackweder Advents- und Nikolausmarkt, die Verkaufszone auf die Hauptstraße und Umgebung ausgedehnt wurde. Unsere Haltung zu den verkaufsoffenen Sonntagen ist Ihnen bekannt. Wir lehnen Sie ab. Aus folgenden Gründen:

1.)    Der Sonntag ist ein gesetzlich geschützter Ruhetag im Verfassungsrang. An diesen Tag sollen nur Berufsgruppen arbeiten, deren gesellschaftliche Arbeit notwendig ist. z.B. Krankenschwestern und Feuerwehr. Schlecht bezahlte Arbeitnehmerinnen im Einzelhandel und in prekären Arbeitsverhältnissen gehören nicht dazu.

2.)    Öffnungszeiten an Sonntagen sind nur für große Einkaufszentren profitabel; für kleine inhabergeführte Geschäfte rentieren sie sich in der Regel nicht. Durch Konzentrationsprozesse im Einzelhandel verlieren die Verbraucher die Vielfalt der Einkaufsmöglichkeiten. Selbst die Bielefelder Kaufmannschaft der Altstadt beklagt, dass der verkaufsoffene Sonntag nicht funktioniert. Da heißt sie machen keine Gewinne.

3.)    Die Tatsache, dass die Entscheidung für den Sonn- und Feiertagsverkauf in den Händen der Kommunen liegt, führt dazu, dass Kommunen gegeneinander um die „liberalste“ Form der Ladenöffnungszeiten kämpfen, um die Kaufkraft in die eigene Gemeinde zu lenken. Wo immer eine Gemeinde sonntags öffnet, entsteht ein Wettbewerbsdruck bei den umliegenden Gemeinden. Die Folge ist schon jetzt: Zentrale Einkaufsorte ziehen kleineren Kommunen die Kaufkraft ab. Regionsspezifische Einkaufsmöglichkeiten fallen damit weg. Übrig bleiben wiederum große Einkaufszentren, in denen das Angebot zum globalen „Einheitsbrei“ wird.

4.)    Vor allem Frauen, die ca. 2/3 der Beschäftigten im Einzelhandel ausmachen und nach wie vor Erwerbsarbeit und Familienarbeit in Einklang bringen müssen, würden durch eine Freigabe der Ladenöffnung am Sonntag in überproportional hohem Maße betroffen. Die Sonntagsöffnung wird auf dem Rücken der Frauen und Mütter ausgetragen. Es ist unverantwortlich, mit dem Hinweis auf die Anforderungen einer Dienstleistungsgesellschaft sog. Kundenwünsche gegen Interessen der Beschäftigten auszuspielen.

5.)    Für jede Gesellschaft sind gemeinsame Zeiten der Ruhe und Arbeit lebensnotwendig. Wenn alle Familienmitglieder aneinander vorbeiarbeiten und vorbeikonsumieren, wird das Familienleben noch viel schwieriger zu organisieren sein. Das gleiche gilt für alle gemeinschaftlichen Aktivitäten, vom geselligen Verein bis hin zum sozialen, politischen, kulturellen und religiösen Engagement.

6.)    Im Bereich von Handel und Dienstleistungen ist die Sonntagsarbeit innerhalb von nur sieben Jahren um die Hälfte gestiegen. Wir sind zunehmend auf dem Weg in eine  Dienstleistungsgesellschaft, in der zu jeder Zeit jedem alles zur Verfügung stehen muss. Wo Konsum und Umsatz die zentralen Werte sind, die auch den Sonn- und Feiertag bestimmen, verkommt unsere Kultur zu einer Kommerzkultur. Das wollen wir nicht.

Sonntagsöffnungszeiten im Zusammenhang mit neu kreierten Stadtteilfesten umzusetzen, weil sie sonst nicht genehmigungsfähig wären, ist unehrlich und wird zum Glück in Bielefeld nicht mehr gemacht.

Wir sehen uns mit unserer Ablehnung der Sonntagsöffnungszeiten im Einverständnis mit Kirchen und Gewerkschaften.

Danke für ihre Aufmerksamkeit


Bernd Riexinger: Gute Arbeit – Solidarität der Vielen statt Herrschaft der Wenigen

Jetzt Mitglied werden

Mitmachen und einmischen! Für Solidarität und soziale Gerechtigkeit. Gegen Waffenexporte und Kriegseinsätze der Bundeswehr. Für mehr Demokratie und eine gerechte Verteilung des Reichtums. 

Jetzt Mitglied werden ...

DIE LINKE. NRW: Pressemitteilungen