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Anfrage im Stadtrat: Femizide in Bielefeld

Für die Ratssitzung am 11. Juni haben wir im Stadtrat eine Anfrage zum Thema Femizide eingereicht. Da für die Beantwortung eine ausführliche Recherche nötig war, wurde die Anfrage auf die Ratssitzung am 16. Juli verschoben.

Wir fragten nach der Datenlage zu Femiziden in Bielefeld, Angeboten der Täterarbeit und zentralen Präventionsmaßnahmen. Seit Beginn standen wir im Austausch mit der Initiative Femizide stoppen Bielefeld.

In Deutschland wird fast jeden Tag eine Frau getötet. Jede zweite erlebt sexuelle Belästigung, jede vierte häusliche Gewalt. Und nur rund 20 % der Betroffenen erstatten überhaupt Anzeige. Femizide unterscheiden sich von anderen Tötungsdelikten, weil das Motiv häufig auf Besitzansprüchen und der Vorstellung männlicher Überlegenheit beruht. Gewalt beginnt oft genau dann, wenn eine Frau „Stopp“ sagt.

Aus unserer Anfrage gehen diverse Informationen zu Präventionsmaßnahmen und bestehenden Angeboten gegen geschlechtsspezifische Gewalt hervor. Die Informationen findet ihr auf den Slides. Gleichzeitig wird deutlich, dass unsere Stadt Femizide und ihre Muster nicht erfasst. Obwohl Femizide weltweit identische Strukturen aufweisen, heißt es derzeit, eine „Sonderauswertung“ sei nicht möglich. Doch ohne Daten darüber, wo, warum und in welchem Ausmaß Femizide passieren, fehlt die Grundlage für wirksame Prävention.

Wir sind dankbar für die bestehenden Angebote in Bielefeld und wollen sie stärker sichtbar machen. Ergänzend weisen wir auf das Projekt „Stadtteile ohne Partnergewalt“ hin, das es aktuell in zwei Stadtteilen gibt. Gleichzeitig ist kritisch, dass manche Programme auf Selbstzahlerbasis laufen. Täterarbeit muss zugänglich und kostenfrei sein, sonst besteht die Gefahr, dass die Wahrnehmung von Angeboten an der Kostenfrage scheitert.

Unser Ziel mit der Anfrage: Eine Debatte darüber, wie wir Femizide verhindern, Gewaltkreisläufe durchbrechen, Täterarbeit stärken, Verfahren verbessern und Frauenhäuser bedarfsgerecht ausstatten. Und vor allem: Wie wir ein gesellschaftliches Verständnis schaffen, das Männlichkeit nicht mit Macht oder Gewalt koppelt.

 

Anfrage:
https://anwendungen.bielefeld.de/bi/getfile.asp?id=871144&type=do

Antwort:
https://anwendungen.bielefeld.de/bi/getfile.asp?id=876341&type=do

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