Die Linke will ein kostenloses Schulticket für alle Bielefelder Schüler:innen

Die Linke im Bielefelder Rat fordert die Ratsmitglieder auf, sich für ein kostenloses Schulticket einzusetzen, und erhält wenig Zustimmung. „Ein kostenloses Schulticket schafft Chancengerechtigkeit, entlastet Familien, entzerrt den Berufsverkehr, fördert den öffentlichen Personennahverkehr und trägt so zum Klimaschutz bei", so Angelika Beier und Dennis Möhlmeier, Fraktionsvorsitzende der Linken.

Die Rathaus-Koalition aus CDU und SPD verweist auf die Möglichkeit, ein „vergünstigtes" Deutschland-Ticket für 43 € im Monat kaufen zu können. „Dies ist jedoch in den meisten Fällen überdimensioniert und zudem teuer. Wozu brauchen Grundschulkinder ein Deutschlandticket?", meinen die Fraktionsvorsitzenden.

Laut Angabe der Stadt haben nur 23 % der Schüler:innen einen Anspruch auf das vergünstigte Schulticket mit 12 € Eigenanteil.  Etwa 33.500 Schüler:innen gehen leer aus. Besonders für Familien mit mehreren Kindern und Alleinerziehende ist die finanzielle Belastung groß. Kinder sind die Leidtragenden.

Ein kostenloses Schulticket entlastet Familien und stärkt den öffentlichen Nahverkehr, weil junge Menschen früh lernen, ihn selbstverständlich zu nutzen. Und es reduziert Verkehr vor Schulen, was wiederum Sicherheit schafft. Weniger Elterntaxis, weniger Stau, weniger Gefahrensituationen. Nicht zuletzt fördert es den Klimaschutz und zeigt, dass wir in die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt investieren. Das ist ein Gewinn für alle.

„Bildung ist ein Grundrecht. Mobilität ist die Voraussetzung dafür. Wenn wir wollen, dass jedes Kind die gleichen Chancen hat, dann müssen wir auch dafür sorgen, dass jedes Kind sicher, zuverlässig und kostenfrei zur Schule kommt. Das ist soziale Politik im besten Sinne", sind sich die Vertreter:innen der Linken im Rat einig.

Einige Städte und Landkreise haben bereits ein kostenloses Schulticket eingeführt, darunter Hamm in NRW, Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen oder Hamburg, um nur drei Beispiele zu nennen. Das Ticket wird dort sehr stark genutzt. Gerechnet wird mit weniger Verkehrschaos vor Schulen, mit einer spürbaren Entlastung der Haushalte und weniger Verwaltungsaufwand für komplizierte Erstattungsmodelle.

Die Ablehnung im Rat irritiert uns, denn nicht nur die Landeselternschaft der Gymnasien und die Landeselternschaft der integrierten Schulformen, sondern auch die NRW-SPD forderte bereits 2019 ein kostenloses Schulticket. Selbst die Bielefelder CDU stellte damals einen entsprechenden Ratsantrag.

Offenbar hat sich der Wind gedreht. Seit der großen Koalition scheinen die Bedürfnisse der Kinder keine Priorität mehr zu haben.

Die Linke bleibt dran: für einen starken ÖPNV und echte Bildungsgerechtigkeit.