Frauen* in der Linken zur Debatte rund um die Veröffentlichungen von Collien Fernandes, zu ihren Erfahrungen mit sexueller und digitaler Gewalt.
„Auch wir sind erschüttert und wissen, dass Gewalt gegen Frauen* nicht irgendwo am Rand der Gesellschaft passiert, sondern mitten unter uns!“, so Frauen* im AK linker Feminismus der Partei Die Linke Bielefeld. „Für uns ist klar, dass es hier um mehr geht als die Diskussion um einen privater Konflikt zwischen zwei Menschen.“
Hier geht es um Strukturen und Muster in unserer Gesellschaft, in denen Frauen* immer noch Demütigung, Macht und Gewalt erleben. Das muss ein Ende haben!
Auch dieser Fall verdeutlicht, dass viele Männer ihre Partner*innen noch immer als eine Art Besitz begreifen. Frauen werden in solchen Konstellationen nicht als eigenständige Subjekte wahrgenommen, sondern auf eine Funktion der Bestätigung oder Befriedigung männlicher Bedürfnisse reduziert. Besonders deutlich wird diese Logik, wenn intime Bilder oder Deepfakes ohne Zustimmung verbreitet und zu Handelsware gemacht werden. Solche Praktiken sind mehr als das persönliches Fehlverhalten Einzelner. Sie sind Ausdruck patriarchaler Strukturen, in denen männliche Macht über die Darstellung und Verfügbarkeit von Frauenkörpern als selbstverständlich gilt.
Strukturelle und soziale Ursachen von Gewalt
Wenn wir über Gewalt reden müssen wir auch über Lebensrealitäten sprechen.
Nicht jede Art von Gewalt ist sofort sichtbar, häufig bleiben besonders Frauen* in schwierigen oder sogar gefährlichen Situationen, weil sie finanziell abhängig sind und Angst vor Armut haben müssen. Wenn eine Frau* nicht weiß, wie sie die Miete und den Alltag bezahlen soll, kann sie sich oft nicht einmal trennen.
Darum fordern wir in der Partei Die Linke:
- Tarifliche Entlohnung, die das eigene Leben und das unserer Kinder sichert.
- Ausbildungs- und Arbeitsverhältnisse, die auch familienfreundlich sind.
- Bezahlbarer Wohnraum und Mobilität zum Nulltarif.
- Ein Gesundheitssystem, das im Besonderen auch die Frauen sieht.
- Gesetzliche Absicherung und Pflege im Alter.
- Starke Beratungsstellen und viel mehr kostenfreie Hilfe in Notlagen,
- und natürlich Gesetze, die Täter konsequent zur Verantwortung ziehen!
Falsche Debatten helfen niemandem!
Wer Gewalt gegen Frauen* wirklich bekämpfen will, muss hinschauen, statt abzulenken. Und er muss die Bedingungen verändern, die Gewalt möglich macht. Umso problematischer sind Aussagen von Friedrich Merz, der Gewalt vor allem Menschen mit „migrantischen Wurzeln“ zuschreibt. Seine Aussagen lenken vom eigentlichen Problem ab.
Gewalt gegen Frauen* ist keine Frage der Herkunft, sondern eine Frage des Geschlechts.
Es geht um Macht, Kontrolle und fehlende Konsequenzen für die Täter. Wer jetzt erneut ganze Gruppen verantwortlich macht, spaltet, statt an Lösungen zu arbeiten!

