Gen-Z-Protest im Schatten der Kriminalisierung
Seit Tagen beobachten wir, wie die angekündigten Proteste junger Menschen im ganzen Land skandalisiert und kriminalisiert werden. Medien und Rechtskonservative kündigen Krawalle und „Teilnahme durch Extremisten" an und die Forderung nach einem Einsatz der Bundeswehr gegen die Proteste wird laut, an Bahnhöfen finden Personenkontrollen aufgrund eines vermeintlich „linken" Erscheinungsbildes statt. Geht's noch?
Jugendliche nehmen ihr Grundrecht wahr, auf die Straße zu gehen und für ihre Zukunft einzustehen und medial wird eine Drohkulisse geschaffen, die Stimmung gegen diese Proteste macht.
Diese Kampagne der Kriminalisierung und Diffamierung ist durchschaubar. Denn sie verschiebt die Debatte gezielt weg von den Gründen des Protests. Nicht über die Sorgen einer Generation soll gesprochen werden, sondern über eine künstlich aufgebaute Bedrohung durch diese Generation.
Dabei geht es um existenzielle Fragen: Bildung und Soziales, bezahlbares Leben und Wohnen, gute Pflege, Generationengerechtigkeit, die Ablehnung der Wehrpflicht, Grundrechte und Klimaschutz.
Während die Bundesregierung täglich Sozialabbau vollzieht und die soziale Infrastruktur zunehmend militarisiert wird, sagen junge Menschen: Wir baden eure Krisen nicht aus! Unsere Zukunft wird nicht euren Krisen und Kriegen geopfert!
Diese Haltung brachte auch in unserer Stadt tausende Menschen auf die Straße. Wir sind stolz auf die protestierende Gen Z und wir stehen hinter den jungen Menschen, die ihre Zukunft verteidigen und ihre Grundrechte wahrnehmen.
Wir verurteilen die Kriminalisierung durch Medien und Politik sowie die an mehreren Orten stattgefundene Gewalt gegen Protestierende durch die Polizei.
Die an Orten außerhalb Bielefelds stattgefundenen Ausschreitungen sind weder Teil der Proteste noch Ausdruck ihrer Anliegen. Wer Ausschreitungen und Proteste gleichsetzt, betreibt bewusst Stimmungsmache gegen eine legitime und wichtige Protestbewegung.

