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Gesundheitsschutz muss Vorrang haben

DIE LINKE sieht mit Besorgnis, wie die Schulöffnungen vorbereitet werden. Ab Donnerstag sollen die ersten Schüler*innen wieder am Unterricht teilnehmen. Noch aber sind viele Fragen offen und die Erfolge bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie werden gefährdet. Das Problem der Ansteckung ist: bei einer Infektion treten die Symptome erst nach etwa vier Tagen auf. In dieser Zeit hat dann ein*e möglicher infizierter Schüler*in bereits viele Menschen im direkten Umfeld angesteckt. DIE LINKE fordert deshalb, dass der Gesundheitsschutz unbedingt Vorrang haben muss. Damit ist aber die Stadt als Schulträger mit in der Verantwortung.

Da noch nicht wirklich klar ist, wie der Schulalltag geregelt wird, als Schichtbetrieb, im Blockunterricht, also konzentriert nur ein Fach für einen längeren Zeitraum, ist auch noch nicht klar, wie die Öffnungszeiten der Schulen zu gestalten sind.

Die erste Gefährdung entsteht bereits auf dem Schulweg. Busse und Stadtbahnen müssen dazu passend mit einer ausreichend großen Kapazität verkehren. Das ist zumindest für die Schulstandorte Carl-Severing-Schulen und Rosenhöhe wegen der Masse der zu erwartenden Schüler*innen ein zu regelndes Problem. Es reicht nicht, sich nur in der Schule auf einen Mindestabstand zu einigen. Er muss auch für den Schulweg gelten.

„Darüber hinaus muss die NRW-Maskenpflicht in Bussen und Bahnen ab sofort in Bielefeld eingeführt werden: Die Schulen müssen alle Schüler*innen mit Masken versorgen. Auch für die Lehrkräfte und weiteren Beschäftigten müssen Schutzmasken in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt werden“, so Dr. Dirk Schmitz, Ratsmitglied der LINKEN. „Unterricht in Containern darf nicht stattfinden, wegen der kleinen Räume. In den Schulen muss auch dafür Sorge getragen werden, dass die Räume regelmäßig durchgelüftet werden. Für enge Treppenhäuser und Flure muss es entsprechende schulorganisatorische Maßnahmen geben, die einen genügend großen Abstand sicherstellen können. Aus hygienischen Gründen sollten nur die Räume genutzt werden, in denen auch ein Waschbecken zur Verfügung steht. Handtuchspender und Flüssigseife muss in ausreichendem Maße vorhanden sein. Die Reinigung der Tische, Türklinken, Lichtschalter findet mehrmals am Tag statt. Dafür muss ausreichend Reinigungspersonal vorhanden sein. Es ist sicherzustellen, dass sowohl Lehrer*innen als auch Schüler*innen mit Vorerkrankungen zu Hause bleiben.“

Selbst mit den hygienischen Maßnahmen kommt die Öffnung der Schulen nach Auffassung der LINKEN zu früh – wenn auch zunächst „nur“ für die Abschlussjahrgänge. Die mahnenden Analysen der Wissenschaftler*innen werden nicht berücksichtigt. Sowohl die Gewerkschaft Erziehung & Wissenschaft (GEW), als auch ein breites Bündnis aus Schul- und Elternorganisationen hatten am 14. April darauf hingewiesen, dass der stufenweise Einstieg in die Öffnung der Schulen auch leistbar sein müsse. Auch die Landesschülervertretung hat sich in einem offenen Brief an die Landesregierung gewandt. DIE LINKE unterstützt die Forderungen nach Gesundheitsschutz als erstes Primat des Handelns.

Völlig ungeklärt bleibt auch die Frage der Lehrerversorgung: Der Anteil der zur Risikogruppe gehörenden Lehrer*innen ist sehr hoch und von Schule zu Schule sehr verschieden.

Die Schulen sollten erst dann geöffnet werden, wenn alle notwendigen Fragen ausreichend geklärt sind.


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