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Internationaler Tag der Frauengesundheit und der Menstruation

Seit 1987 wird am 28. Mai weltweit auf die Gesundheitsrechte von Frauen aufmerksam gemacht – von physischer und psychischer Gesundheit bis hin zu Gewalt gegen Frauen. Gleichzeitig ist heute auch der Weltmenstruationstag.

Die Menstruation betrifft etwa die Hälfte der Menschheit, bleibt aber eines der am stärksten tabuisierten Themen weltweit. Diese Stigmatisierung in der Gesellschaft führt zu Scham, mangelnder Aufklärung, struktureller Benachteiligung und medizinischen Lücken. Klar ist: Menstruation muss endlich enttabuisiert und sichtbar gemacht, und zu Menstruationsprodukten ein kostenfreier Zugang geschaffen werden.

Weltweit haben Millionen Menschen nur eingeschränkten Zugang zu grundlegenden Hygieneprodukten sowie zu Aufklärung und sicheren Räumen zur Menstruationspflege. In einigen Regionen führt die mangelnde Versorgung dazu, dass die Schulausbildung vernachlässigt wird. Kulturelle Tabus und Mythen verstärken zudem die Diskriminierung und Stigmatisierung.

Auch in Deutschland ist die Menstruation häufig mit Scham behaftet. Weil öffentliche Toiletten häufig nicht angemessen ausgestattet sind, oder kaum vorhanden sind, fühlen sich viele Menstruierende während ihrer Periode unwohl und ziehen sich aus dem öffentlichen Raum zurück. Viele junge Menstruierende sind bei ihrer ersten Periode überfordert, weil ihnen das nötige Wissen über ihren Körper fehlt. Das ist ein deutliches Zeichen für mangelnde Aufklärung. Deshalb erleben junge Menstruierende Angst vor ihrer ersten Periode. Nicht zuletzt sind die monatlichen Kosten für Hygieneprodukte eine enorme finanzielle Belastung.Ein Leben mit Menstruation kann bis zu 20.000 Euro kosten.

Periodenarmut beenden!
Besonders betroffen sind Menschen mit geringem Einkommen, Geflüchtete, Obdachlose oder junge Personen. Einige versuchen, den Verbrauch von Tampons oder Binden zu reduzieren, um Kosten zu sparen. Die Folgen sind weitreichend: Betroffene verpassen dadurch den Schulunterricht, da sie während ihrer Menstruation aufgrund mangelnder Hygieneprodukte oder Schmerzen nicht am Unterricht teilnehmen können. Lange Tragezeiten von Menstruationsprodukten erhöhen nicht nur das Risiko für Infektionen, sondern können auch das sogenannte Toxische Schocksyndrom herbeiführen - oft mit der Folge einer Sepsis.

Menstruation betrifft uns alle!
Menstruation betrifft nicht nur cis Frauen, sondern auch trans Männer, intergeschlechtliche sowie nichtbinäre Personen. Deshalb ist es wichtig, Periodenprodukte auch auf Männertoiletten bereitzustellen und für Mülleimer in den Kabinen zu sorgen. Die Periode ist Realität von Millionen Menschen in diesem Land und Menstruationsprodukte dürfen dabei kein Luxus sein. Öffentliche Einrichtungen und Schulen stellen jedoch selten kostenfreie Produkte bereit. Diese strukturellen Hürden verschärfen soziale Ungleichheiten und sind Ausdruck von Klassismus.

Tabus und Stigmata abbauen!
Die Menstruation wird oft mit Scham und Ekel verbunden. Fehlende Aufklärung in Schule und Familie sorgt dafür, dass viele junge Menschen nicht wissen, was in ihrem Körper passiert, und sich allein fühlen. Wir brauchen eine diskriminierungssensible, inklusive Aufklärung, die den Umgang mit der Menstruation erleichtert und entstigmatisiert.

Medizinische Vernachlässigung & Gender Health Gap
Die medizinische Forschung ignoriert frauenspezifische Krankheiten systematisch. Das hat gravierende Folgen für die Gesundheitsversorgung von Frauen. Menstruationsbedingte Erkrankungen wie Endometriose oder PMDD werden häufig nicht ernst genommen, obwohl sie starke Schmerzen und langfristige gesundheitliche Einschränkungen verursachen können. Herzinfarkte bei Frauen werden oft später erkannt, da medizinische Studien primär an Männern durchgeführt werden und sich die Symptome unterscheiden. Zudem sind Medikamentendosierungen meist auf den männlichen Stoffwechsel abgestimmt, was zu Fehldosierungen und unerwarteten Nebenwirkungen führen kann.

Darüber hinaus sind frauenspezifische Erkrankungen massiv unterfinanziert, wodurch Forschung und Behandlungsmöglichkeiten begrenzt bleiben. Schmerzen und Symptome von Frauen werden oft als „Überempfindlichkeit” abgetan, anstatt angemessen diagnostiziert und behandelt zu werden. Um diese Forschungslücken und Missstände zu beheben, ist eine geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung notwendig, die frauenspezifische Forschung fördert und die medizinische Behandlung an die Bedürfnisse aller Menschen anpasst. Dabei müssen auch sozioökonomische Faktoren berücksichtigt werden. Frauen sind häufiger von Armut betroffen und haben oft einen schlechteren Zugang zu medizinischer Versorgung.

Was wir tun müssen!
Menstruation und Gesundheit sind keine Privatsache, sondern eine politische und soziale Frage. Es braucht eine feministische Politik, die Periodenarmut bekämpft, Klassismus abbaut und die medizinische Vernachlässigung beendet.

Die Linke setzt sich für eine soziale und tabufreie Frauengesundheits- und Menstruationspolitik ein. Wir fordern:
- Kostenlose Menstruationsprodukte in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Universitäten und Behörden.
- Abschaffung der „Tamponsteuer“: Zwar wurde die Mehrwertsteuer von 19 % auf 7 % gesenkt, doch Die Linke fordert weiterhin eine vollständige Kostenübernahme für Menstruationsprodukte.
- Mehr öffentliche Gelder für geschlechtergerechte Forschung zu gynäkologischen Erkrankungen wie z.B. Endometriose.
- Flächendeckende Aufklärungskampagnen, um Tabus zu brechen und Wissen über Menstruationsgesundheit zu verbreiten. Es braucht eine offene, inklusive und diskriminierungssensible Aufklärung über Menstruation.
- Arbeitsrechtliche Anpassungen, um menstruationsfreundliche Arbeitsplätze zu schaffen.
- Kostenlose und flächendeckend verfügbare öffentliche Toiletten.
- Eine Gesundheitsversorgung, die alle Menschen – unabhängig von Herkunft, Status oder Geschlecht – ernst nimmt.

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