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Primark im Loom: Arbeitsplätze sichern – Zukunft der Innenstadt im Blick behalten

Die mögliche Schließung der Primark-Filiale im Loom gefährdet rund 150 Arbeitsplätze. Die Ratsfraktion Die Linke fordert Primark und ECE auf, weiterzuverhandeln und eine Lösung zu suchen, die den Standort und die Arbeitsplätze sichert.

„150 Beschäftigte dürfen nicht die Leidtragenden eines Streits über Mietkonditionen werden. Über die Miethöhe verhandeln Primark und ECE – über die Zukunft der Beschäftigten darf aber nicht über deren Köpfe hinweg entschieden werden", erklärt Dennis Möhlmeier, Co-Vorsitzender der Ratsfraktion Die Linke.

Unter den Beschäftigten sind schwerbehinderte Kolleg:innen, Alleinerziehende, Auszubildende und Menschen kurz vor der Rente. Sie brauchen Sicherheit und eine verlässliche Perspektive. Primark muss den Betriebsrat frühzeitig und umfassend über alle Entscheidungen informieren, die Standort und Arbeitsplätze betreffen. Die Beschäftigtenvertretung darf nicht erst einbezogen werden, wenn Entscheidungen bereits gefallen sind. Ihre Vorschläge zum Erhalt der Arbeitsplätze müssen ernsthaft geprüft werden; auch die Gewerkschaft muss dabei eine starke Rolle spielen.

Die konkreten Mietforderungen und die wirtschaftlichen Daten des Bielefelder Standorts sind nicht öffentlich bekannt. Deshalb lässt sich von außen nicht beurteilen, woran eine Einigung tatsächlich scheitert. Umso mehr sind Primark und ECE gefordert, ernsthaft nach einer tragfähigen Lösung zu suchen.

Großkonzerne wie Primark haben ihr Geschäftsmodell über Jahre auf extrem billige Produktion aufgebaut, die regelmäßig wegen schlechter Arbeitsbedingungen und niedriger Löhne in den globalen Lieferketten kritisiert wird. Während entlang der Produktionskette Kosten gedrückt werden, sind es am Ende die Beschäftigten vor Ort, die die Unsicherheit tragen müssen, wenn Standorte aus wirtschaftlichen Erwägungen infrage gestellt werden.

Trotzdem darf die wichtige Kritik an Primarks Geschäftsmodell nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden. Für die Beschäftigten geht es um ihre Existenzsicherung.

Der mögliche Weggang von Primark ist zudem eine Frage der Bielefelder Innenstadtentwicklung. Das Loom ist ein wichtiger Frequenzbringer für die City; Primark gehört zu seinen großen Ankermietern. Ein längerfristiger Leerstand einer so großen Fläche könnte auch die übrigen Geschäfte, die Bahnhofstraße und die Innenstadt insgesamt treffen.

„Bielefeld braucht eine lebendige Innenstadt, in der Menschen einkaufen, arbeiten, sich treffen und gerne aufhalten. Dazu gehören ein vielfältiger Einzelhandel und sichere Arbeitsplätze. Deshalb sollten Stadt, Wirtschaftsförderung und Citymanagement jetzt das Gespräch mit Primark, ECE, Betriebsrat und Gewerkschaft suchen und ausloten, wie sie zu einer Lösung beitragen können", so Möhlmeier.

Die Beschäftigten brauchen jetzt schnell Klarheit und eine Perspektive. 

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