Reclaim the night

Gewalt gegen Frauen ist auf dem Höchststand! Sie ist strukturell, sie ist tödlich. 2024 wurden in Deutschland 308 Frauen und Mädchen von einem Mann getötet (Femizid), 191 davon durch Partner, Ex-Partner oder Familienangehörige. Jeden Tag erleben Frauen sexualisierte Gewalt: 53.451 Opfer wurden polizeilich erfasst, fast die Hälfte davon minderjährig. Die Dunkelziffer ist hoch. Digitale Gewalt gegen Frauen stieg erneut - über 17.000 Fälle wurden registriert. Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung nahm weiter zu. Straftaten mit frauenfeindlichem oder queerfeindlichem Motiv steigen.

Was tut die Bundesregierung? Zwar wurde das Gewalthilfegesetz im Februar 2025 endlich verabschiedet, doch seine Umsetzung bleibt unzureichend. Noch immer fehlen tausende Schutzplätze, Beratungsstellen sind unterfinanziert und viele Betroffene finden keinen Zugang zu Hilfe. Täterarbeit wird vernachlässigt, Prävention kaum gefördert. Femizide werden nicht als Folge patriarchaler Machtverhältnisse anerkannt, sondern als Einzelfälle verharmlost. Behörden versagen bei der Strafverfolgung, Betroffene erleben häufig Täter-Opfer-Umkehr statt Schutz.

Das ist politisches Versagen.
Wir kämpfen für flächendeckende Schutzräume, für konsequente Täterarbeit, für faire Löhne und die gerechte Verteilung von Care-Arbeit. Für körperliche Selbstbestimmung und ökonomische Unabhängigkeit. Für eine Gesellschaft, die Gewalt nicht verharmlost oder duldet, sondern bekämpft!