Rente mit 70? Nicht mit uns!

Die Linke Bielefeld ist schockiert über die Überlegungen der Rentenkommission: Das Renteneintrittsalter soll schrittweise auf 70 Jahre steigen, gleichzeitig steht eine Absenkung des Rentenniveaus auf 46 Prozent im Raum. Das ist untragbar!

Solche Pläne greifen hart arbeitende Menschen direkt an. Besonders bitter ist das, wenn ausgerechnet die SPD als selbsternannte Partei der Arbeitnehmer*innen solchen Vorschlägen politisch den Weg bereitet. Wer in der Pflege, im Handwerk, im Einzelhandel oder in anderen belastenden Berufen arbeitet, weiß: Viele schaffen es schon heute kaum gesund bis zum regulären Renteneintrittsalter. Manche müssen vorher krankheitsbedingt aus dem Beruf ausscheiden, mit finanziellen Einbußen und wachsender Unsicherheit.

Rente mit 70 bedeutet für viele Menschen nicht einfach „länger arbeiten“. Sie bedeutet mehr Druck, weniger Sicherheit und ein höheres Risiko von Altersarmut. Wer körperlich oder psychisch belastende Arbeit leistet, kann nicht einfach noch ein paar Jahre dranhängen. Eine solche Politik ignoriert die Realität der Beschäftigten und verschiebt die Kosten auf diejenigen, die ohnehin schon am stärksten belastet sind.

Statt die gesetzliche Rente weiter zu schwächen, braucht es eine solidarische Rentenpolitik, die Sicherheit im Alter garantiert. Die Linke fordert als Sofortmaßnahme ein Rentenniveau von 53 Prozent, eine solidarische Mindestrente gegen Altersarmut von 1200 Euro und eine Rentenversicherung, in die alle einzahlen auch Beamt*innen, Selbstständige, Abgeordnete und Minister*innen - sogar Friedrich Merz!

Dazu gehören außerdem gute Löhne, sichere Arbeitsplätze und die volle Anerkennung von Erziehungs- und Pflegezeiten. Denn wer heute wenig verdient, prekär beschäftigt ist oder unbezahlte Sorgearbeit leistet, darf morgen nicht in Armut landen.

Wer jahrzehntelang gearbeitet, Angehörige gepflegt oder Kinder erzogen hat, verdient Respekt, Sicherheit und eine Rente, die zum Leben reicht.

Schluss mit dieser unsozialen Rentenpolitik!